Lichtspiele

 
  1. 6. Juli 17
    1. 20–23 Uhr
  2. Bob’s Pogo Bar

Bitte melden Sie sich im Voraus unter

bobspogobar@kw-berlin.de an. Betreten auf eigene Gefahr. 

 

Evan Ifekoya:
She was a full body speaker standing tall in the corner of the room, “West ​End ​Angel ​O​f ​L​ove ​T​eacher ​F​or ​M​y ​I​t ​G​irl” plays in the background

 

Filmvorführung

 

<p>Evan Ifekoya, <em>She was a full body speaker standing tall in the corner of the room, “West End Angel O f Love Teacher For My It Girl” plays in the background</em>, 2017, Courtesy der Künstler</p>

Evan Ifekoya, She was a full body speaker standing tall in the corner of the room, “West End Angel O f Love Teacher For My It Girl” plays in the background, 2017, Courtesy der Künstler

 

In einer Meditation über Barzeit, Clubzeit, Zeitvertreib, Dauerschleife und Echo betrachtet diese Veranstaltung den Nachtklub als ontologische Umwelt.

 

Evan Ifekoyas Umwelt schöpft aus schwarzen und queeren Temporalitäten: Interpretationen von Disco- und Housemusik, den persönlichen Archiven von KünstlerInnen sowie der Montage des Filmmaterials von Sandi Hughes – einer feministischen Filmemacherin, DJane und Dichterin, deren Videos von den 1970er bis 1990er Jahren die Nachtszene Liverpools, die dortigen kommunalen Veranstaltungen und nationalen politischen Proteste nachzeichnete. In der Reflexion von Zugehörigkeit und Vermächtnis (die durch rassistische, homophobe und sexistische Erfahrungen geprägt sind) bewegt sich Ifekoya in dem Zwischenraum der Begebenheit und deren Aufzeichnung.

 

In der Arbeit She was a fully body speaker… wird Material sequenziert, gestreckt und rekonfiguriert, um auf die spezifischen Bedingungen von Bob’s Pogo Bar einzugehen – ein Spielort, der andere Prämissen bietet als ein Kino oder eine Galerie. Hier werden die Technik der Verzögerung, der Dauerschleife und des Echos angewandt, um die verfallenden Wiederholungen in einem Verhältnis mit der Vergangenheit zu offenbaren und vergangene Lust und bestehende Traumata zu zeigen.

 

Als Nebenprodukt von Klang (und dessen Anwesenheit) stellt das Echo die formale Wiederholung des Inhaltes dar. Es ist ein Rhythmus in räumlicher und klangvoller Verschränkung mit der Zeit. Einst verkörpert und nun ausgegliedert, wird es zur strukturellen Stafette zwischen Transmitter und EmpfängerInnen, SprecherInnen und ZuhörerInnen. Selbst wiederholte Stille bleibt ein Echo des Unausgesprochenen.

 

Innerhalb der Gestalt des Echos erscheint Ifekoyas Material nicht bloß als Inhalt, sondern als Integration und Exorzismus des Raumes. She was a fully body speaker… fragt: Was bedeutet es für ein Kunstwerk, sich einzufügen, repetiert und gar überholt zu werden zum Zweck der Freizeitgestaltung, Unterhaltung und Kritikalität; wie wandeln sich Erinnerungen zu ästhetischen Erfahrungen und was sagt diese Transformation über die Erinnerung eines Traumas aus? So erzählt die Stimme in endlosem Voiceover, „a disco ball turns like a relic…may she rest in perfect peace, a disco ball turns like a relic…”

 

Evan Ifekoyas aktuelle Arbeit untersucht die Möglichkeit einer erotischen und poetischen Beschäftigung, indem Ifekoya sich Film, performativem Schreiben und Ton bedient und sich dabei auf gemeinschaftliche, intime Formen der Wissenserzeugung und dem radikalen Potential von Spektakeln konzentriert. Ifekoyas fortlaufendes Projekt A Score, A Groove, A Phantom erkundet Archive zu Blackness, Sozialität und Vermächtnis, so wie sie durch das queere Nachtleben und die Traumata unserer Gegenwart hereinbrechen.

 

Ifekoya ist 2017 StipendiatIn bei The Arts Foundation für Live Art, Brighton, GB.

 

Die Veranstaltung beendet die erste Spielzeit der Programmreihe Lichtspiele. Die zweite Saison beginnt am 5. Oktober 2017 mit der Eröffnung von REALTY, einem Projekt von Tirdad Zolghadr, Assoziiertem Kurator der KW.