K, A Year with P. Krishnamurthy
3. Februar – 16. Dezember 18

 

Adresse: Ebersstraße 3, 10827 Berlin-Schöneberg
Ab dem 4. Februar 2017: Jeden Freitag von 11 bis 17 Uhr geöffnet und nach Absprache unter kontakt@k-komma.de

 

Eröffnung: 3. Februar 18, 16–19 Uhr

 

<p>Seite 155 aus <em>P!DF</em> von Prem Krishnamurthy, version 2.0.0, 2018</p>

Seite 155 aus P!DF von Prem Krishnamurthy, version 2.0.0, 2018

 

Im Februar wird P. Krishnamurthy den neuen Raum K, („K-Komma”) eröffnen. Außerhalb der KW Institute for Contemporary Art und in Berlin-Schöneberg gelegen, schlägt diese Ausstellungswerkstatt einen Ort zwischen “Studio und Cube” vor. Kontextualisiert durch die Arbeiten des ostdeutschen Grafikdesigners Klaus Wittkugel (1910–85), wird K, lokale sowie internationale KünstlerInnen, DesignerInnen und KuratorInnen einladen, um gängige Ausstellungsformen mittels Installationen, Talks und diskursiven Interventionen neu zu denken.

 

Prem Krishnamurthy arbeitet als Kurator, Designer, Autor und Lehrer an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design. Von 2012 bis 2017 leitete er in New York City den unabhängigen Projektraum P!. Dieser war experimentellen Ausstellungsformaten gewidmet, die die Wechselwirkung zwischen Design, Architektur und Kunst thematisierten. Er ist Gründer des prämierten Designstudios Project Projects (2004–2017), seit 2018 Wkshps, das sich auf die Entwicklung visueller Erscheinungsbilder für Kunst- und Kulturinstitutionen fokussiert hat. Im Rahmen der Residency A Year with … folgt Krishnamurthy 2018 auf Will Holder, der 2017 mit seinem Projekt Prospectus: A Year with Will Holder das Programm verantwortete.

 

Kurator und Designer: P. Krishnamurthy

Projektassistenz und Designerin: Judith Gärtner

Projekt-Website: Christoph Knoth, Konrad Renner

Assistenzkuratorin und Projektmanagement: Cathrin Mayer

 

 

 

Klaus Wittkugel, Widerspiegelung, Konstruktion
mit Jeremy ‘Kai’ Aynsley,
A Kindred Juxtaposition

 
<p><em>OST UND oder WEST: Klaus Wittkugel and Anton Stankowski</em>, P!, New York, 2016, Installationsansicht, Foto: Sebastian Bach</p>

OST UND oder WEST: Klaus Wittkugel and Anton Stankowski, P!, New York, 2016, Installationsansicht, Foto: Sebastian Bach

 

Jeremy ‘Kai’ Aynsley,

A Kindred Juxtaposition

Gespräch zwischen Jeremy ‘Kai’ Aynsley und P. Krishnamurthy über deutsche Grafik der Nachkriegszeit und ihre ideologischen Folgen

Samstag, 3. Februar 18, 16–17 Uhr

 

Klaus Wittkugel,

Widerspiegelung, Konstruktion

Ausstellung
Samstag, 3. Februar 18, 17–19 Uhr

 

Wir beginnen unser „Wanderjahr” mit Klaus Wittkugel – einem kuriosen und kontroversen Künstler der Nachkriegsmoderne, der eine nähere Betrachtung verdient. Als einer der wichtigsten Grafiker, Ausstellungsmacher und Lehrer in der ehemaligen DDR hat Wittkugel (1910-85) mehrere Generationen von „Arbeitern und Bauern“ mit sozialistischen Botschaften geprägt. Seine Spuren sind noch heute in Berlin sichtbar, wie zum Beispiel an den Schildersystemen am Kino International und Café Moskau in der Karl-Marx-Allee oder im Erscheinungsbild des ehemaligen Palastes der Republik. Der Untertitel seiner 1979 erschienenen, umfassenden Monografie Fotografie, Gebrauchsgrafik, Plakat, Ausstellung, Zeichen weist auf die Bandbreite seines grafischen Schaffens hin. In zahlreichen Arbeiten für offizielle Auftraggeber der DDR hat Wittkugel seine individuelle Ästhetik selbstreflexiver Fotografie und typografischer Konstruktion eingebettet. Sein Werk lädt dazu ein, Fragen zur Spannung von Persönlichem und Politik im Designbereich zu stellen und andere Themen aufzuwerfen.

 

Die Präsentation Klaus Wittkugel, Widerspiegelung, Konstruktion enthält sowohl Originalfotografien der 1930er Jahre als auch Plakate, Buchumschläge und gedruckte Arbeiten der 1950er bis 70er Jahre. Zudem wird eine zeitgenössische Diaschau, die Wittkugels Ausstellungsgestaltung und architekturbezogene Grafikansätze vorstellt, präsentiert. Die wechselnde Auswahl soll sein Werk für alle Interessierten aus Öffentlichkeit und Forschung zugänglich machen. Wittkugels arbeiten verbleiben die bis Anfang Mai in den Räumlichkeiten von K, zeitgleich werden weitere KuratorInnen, KünstlerInnen und Kreative auf Einladung vielfältige Arbeiten ergänzen.

 

Im Vorfeld der Eröffnung findet als erste Veranstaltung ein Gespräch zwischen dem Kunsthistoriker und Professor Jeremy ‘Kai’ Aynsley und dem Kurator von K, – P. Krishnamurthy – über die ideologischen Spannungen und Verbindungen des Nachkriegsdesigns in Ost- und Westdeutschland statt. Anhand der Arbeiten von Klaus Wittkugel richtet die Diskussion den Blick in die Vergangenheit, um eine Deutung der Zukunft zu wagen – womit die Bühne für das kommende Jahr eröffnet wird.

 

Jeremy ‘Kai’ Aynsley ist Professor für Designgeschichte an der University of Brighton (GB), wo er das Centre for Design History leitet. Gegenwärtig ist er sowohl Vorsitzender der Design History Society als auch Mitglied der Chefredaktion des Journal of Design History (OUP). Aynsleys Forschung, seine Schriften und kuratorischen Projekte widmen sich vornehmlich dem Modernismus und dem Design des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Publikationen zählen Graphic Design in Germany, 1890-1945 (2000) und Designing Modern Germany (2008). Aynsley kuratierte die Ausstellung Julius Klinger: Posters for a Modern Age an der Wolfsonian-FIU, Miami Beach (US), die bis April 2018 zu sehen ist. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf Grafikdesign in Ost- und Westdeutschland der 1950er und 60er Jahre.

 

Mit Dank an die Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlung; Steffen Tschesno, Berlin