Amelie von Wulffen
28. November 20 – 14. Februar 21

 
<p>Amelie von Wulffen, <em>Untitled</em>, 2019, Öl auf Leinwand, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin, Galerie Meyer Kainer, Wien, und Gio Marconi, Mailand</p>

Amelie von Wulffen, Untitled, 2019, Öl auf Leinwand, Courtesy die Künstlerin und Galerie Barbara Weiss, Berlin, Galerie Meyer Kainer, Wien, und Gio Marconi, Mailand

 

Mit der Einzelausstellung von Amelie von Wulffen (*1966, DE) widmen sich die KW Institute for Contemporary Art einer Berliner Künstlerin, die sich schon lange international als eine der wichtigsten deutschen Maler*innen etabliert hat. Die Ausstellung in den KW stellt die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin dar und präsentiert neben einer Auswahl bereits existierender Arbeiten eine umfassende Gruppe an Neuproduktionen.

 

Seit den 1990er Jahren hat Amelie von Wulffen ein komplexes und eigenwilliges Werk entwickelt, das Fragen nach den historischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen von Malerei aufwirft und dabei in einem hohen Maße selbstreflexiv vorgeht. Dies erstreckt sich auch auf die Figur der Künstlerin selbst, die immer wieder in unterschiedlicher Gestalt in ihren Arbeiten auftaucht und dabei oft ihre persönliche Familienchronik mit nationaler Geschichte und existentiellen Fragen nach einem kulturellen und spezifisch deutschen Erbe verbindet. In von Wulffens Bildern werden ästhetische Widersprüche gezielt kontrastiert und verschiedene Malstile der Kunstgeschichte und der Hobbykunst miteinander verwoben, womit deren assoziatives Gewicht lustvoll neu besetzt wird. Ihr Werk erscheint vor diesem Hintergrund wie eine Meta-Reflexion der ästhetischen Widersprüche im Nachkriegsdeutschland und gegenwärtiger Pop- und Politkultur, in die die Künstlerin auch kunstgewerbliche Zitate wie Möbel und architektonische Versatzstücke miteinbezieht.

 

Wie schon frühere Bildzyklen von Wulffens handeln auch ihre neuen Bilder von den teils abgründigen Dimensionen von Familie als einem Ort, an dem neben Liebe und Kultur auch bleierne Probleme und Verdrängtes weitergegeben werden. Besonders emotional werden diese Arbeiten dadurch, dass die Dimension des Abschieds von den Eltern hinzutritt. In einer szenographischen, gemalten Genreinstallation werden neue Kleinskulpturen platziert – eine Art dramatische Wunderkammer verhandelt das Verhältnis von Mensch und Natur, das auch in Zeiten der totalen Umweltzerstörung noch von romantischen Landschafts- und Naturprojektionen bestimmt wird. Begleitet werden diese neuen Arbeiten von ausgewählten existierenden Malereien, Zeichnungen, Möbeln, Skulpturen und Filmen der Künstlerin. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation von Wulffens gesammelter Comics von 2011 bis 2020 im Verlag der Buchhandlung Walther König. 

 

Als Teil des Begleitprogramms zeigt der Projektraum after the butcher in Berlin-Lichtenberg die Ausstellung Stadt und Knete. Positionen der 1990er Jahre, bei der Animationen, Fotografien, Gouachen, Zeichnungen und Collagen verschiedener Künstler*innen, darunter Alice Creischer, Martin Ebner, Katja Eydel, Christoph Keller, Siegfried Koepf, Josef Kramhöller, Ariane Müller, Gunter Reski, Andreas Siekmann, Nicolas Siepen, Josef Strau, Amelie von Wulffen, Klaus Weber, Annette Wehrmann und Ina Wudtke, vom 20. November 2020 bis 8. Januar 2021 präsentiert werden. 

 

Kuratorin: Anna Gritz

Assistenzkuratorin: Kathrin Bentele

 

 

<p>Die Ausstellung von Amelie von Wulffen wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.</p>

 

Die Ausstellung von Amelie von Wulffen wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.