BPA// x Pogo Bar:
Dina El Kaisy Friemuth x Alvozay x Duygu Ağal
what cannot be said will be wept

 
  1. 9. Dezember 22 
  2. 20 Uhr
  3. In englischer Sprache

Ort: Café Bravo, Auguststraße 69 10117 Berlin

Anmeldung: pogobar@kw-berlin.de 

 

<p>Videostill KA. Im Bild: Ebow, Maha El Kaisy-Friemuth. Cinematography: Diara Sow. Courtesy die Künstlerin</p>

Videostill KA. Im Bild: Ebow, Maha El Kaisy-Friemuth. Cinematography: Diara Sow. Courtesy die Künstlerin

 

Mit what cannot be said will be wept laden Dina El Kaisy Friemuth und ihre Mutter Maha El Kaisy in Zusammenarbeit mit Alvozay und Autor*in Duygu Ağal zu einem Abend des Geschichtenerzählens ein. Zusammen beleuchten sie die Bedeutung des Geschichtenerzählens, des gemeinschaftlichen Hinterfragens von Geschichte durch Erzählen und die historische Dimension von Kollektivität. El Kaisy Friemuth ist davon überzeugt, dass das Erzählen seine Stärke durch sein zutiefst feministisches Wesen erlangt: dass das Private immer auch politisch ist, und Geschichten uns dies vermitteln können.

 

Der Satz „what cannot be said will be wept” (Was nicht gesagt werden kann, wird geweint) stammt von der lesbischen Dichterin Sappho. Schon vor Tausenden von Jahren hielt sie auf der Insel Lesbos feministische Versammlungen mit Musik und vorgetragener Lyrik ab. Bei dieser Veranstaltung in den KW kombinieren El Kaisy Friemuth und Alvozay Klangstücke, gelesene Texte, Erzählungen, Poesie und Kunst miteinander, um Strategien feministischer Solidarität zu erörtern und das Narrativ der westlichen Geschichte und die darin verankerte patriarchalische Vorstellung vom individuellen Genie anhand einiger Fragen zur Diskussion zu stellen: Wie können wir uns organisieren und gegenseitig unterstützen, um Räume für und von uns zu schaffen? Wie können wir uns unseren Geschichten und unserer Geschichte widmen?

 

In ihrer Praxis beschäftigt sich Dina El Kaisy Friemuth aus einer feministischen und dekolonialen Perspektive heraus kritisch mit der Geschichtsschreibung und dem Archiv. Diese Pogo Bar-Veranstaltung findet im Kontext einer Arbeit der Künstlerin statt, die parallel in der Gruppenausstellung des BPA// Berlin program for artists in den KW zu sehen ist. Darin setzt sie sich mit der Repatriierung von Kunst und religiösen Objekten auseinander. Ein Fokus ihrer künstlerischen Praxis liegt auf der Zusammenarbeit mit anderen Kulturschaffenden. In den vergangenen Jahren hat sie unter anderem in den Kollektiven FCNN und DNA, mit Speculative Bitches und The Union – Cultural Workers Union for Black and People of Colour gearbeitet. 

 

Alvozay ist eine kreative Plattform für Kunst und Musik von BIPoC, die von der Rapperin Ebru „Ebow“ Düzgün und der Kulturschaffenden Tmnit Ghide gegründet wurde. Darin bauen sie Strukturen für aufstrebende lokale BIPoC-Künstler*innen innerhalb der Musikindustrie auf und ermöglichen Wissenstransfer. Seit 2020 haben sie mehrere Veranstaltungen ausgerichtet, darunter das Alvozay Festival. Darüber hinaus haben sie mit dem Meydan-Festival der documenta fifteen zusammengearbeitet. Bei den vom Verband unabhängiger Musikunternehmen ausgerichteten VUT Indie Awards 2022 war Alvozay in der Kategorie „Best New Music Business“ nominiert.  

 

Duygu Ağal (sie/er) ist Autorin und Moderatorin. Geboren in Hamburg, lebt und arbeitet sie:er in Berlin. Sein Debütroman „Yeni Yeşerenler“ ist 2022 im Berliner Korbinian Verlag erschienen und handelt von Freundschaft, neuen Formen der Familie und lesbischer Liebe.

 

Duygu Ağal ist Autor*in und Moderator*in. Geboren in Hamburg, lebt und arbeitet sie:er in Berlin. Sein Debütroman „Yeni Yeşerenler“ ist 2022 im Berliner Korbinian Verlag erschienen und handelt von Freundschaft, neuen Formen der Familie und lesbischer Liebe.

 

Maha El Kaisy-Friemuth (geboren in Kairo, lebt in Berlin) ist Professorin für Islamisch-Religiöse Studien mit praktischem Schwerpunkt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist spezialisiert auf frühe islamische Theologie und interessiert sich für feministische und Gender-Studien im Islam.