Jean Katambayi Mukendi
RATIO
RATIO ist die erste Einzelausstellung des kongolesischen Künstlers Jean Katambayi Mukendi (* 1974, DRK) in Deutschland. Aus lokal gesammelten, recycelten Materialien konstruiert, setzen sich Katambayis Skulpturen mit zeitgenössischen technologischen Entwicklungen auseinander, die von der Landwirtschaft über das Militärwesen bis hin zur Robotik reichen. Seine vielteiligen Strukturen verbinden und transformieren Maschinenfunktionen und erkunden dabei auf imaginative Weise deren ökologisches Potenzial durch Recycling und Weiterverwendung. Die Zeichnungen des Künstlers erweitern diese Untersuchungen um Beobachtungen und spekulative Reflexionen über menschliche Erfahrungen, unter anderem in Bezug auf Ökologie, Wirtschaft und Sprache.
Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten entstanden während einer sechswöchigen Residency in den KW im Herbst 2025. Katambayi arbeitete dabei mit Materialien, die er an verschiedenen Orten in Berlin sammelte, darunter das Lager der KW sowie mehrere Recyclinghöfe der Stadt. Anhand neu entstandener Zeichnungen und großformatiger Skulpturen setzt sich RATIO mit globalen strukturellen Ungleichheiten im Zuge der Ausbeutung von Ressourcen und Energieverteilung auseinander. Dabei hinterfragt die Ausstellung die Dualitäten, die unsere Welt prägen, zwischen dem Natürlichen und Künstlichen, Wachstum und Zerstörung.
RATIO ist eine Koproduktion der KW Institute for Contemporary Art und M HKA – Museum of Contemporary Art Antwerp, Belgien, wo im Sommer 2026 der zweite Teil der Ausstellung präsentiert wird. Begleitend erscheint Katambayis erste monografische Publikation Circuits, gemeinsam herausgegeben von Leuven University Press, KW und M HKA.
Kuratorinnen: Emma Enderby & Linda Franken
Jean Katambayi Mukendi (* 1974, DRK) ist ein in Lubumbashi lebender Künstler, der mit Skulptur, Malerei und Zeichnung arbeitet. Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen Micki Meng Gallery, Paris (2024), Ramiken Gallery, New York (2023), Waldburger Wouters, Brüssel (2022), Kunsthalle Kohta, Helsinki (2022), sowie SALTS, Basel (2022). Seine Arbeiten waren im kongolesischen Pavillon der Venice Biennale 2024 sowie bei der Manifesta 15 Barcelona Metropolitana (2024) zu sehen und wurden in Gruppenausstellungen wie To Leave a Space in Which the Din of War Might Die Down, NS-Dokumentationszentrum, München; The Geopolitics of Infrastructure. Contemporary Perspectives, M HKA – Museum of Contemporary Art Antwerp, The Gatherers, MoMA PS1, New York (alle 2025) sowie Energies, Swiss Institute, New York (2024), präsentiert. Katambayi ist Mitglied von Picha, einem von Künstler*innen betriebenen Verein, der die Lubumbashi Biennale organisiert.
Jean Katambayi Mukendi, 2025; Foto: David von Becker.
Jean Katambayi Mukendi, Artist residency für RATIO in den KW Institute for Contemporary Art, Berlin 2025. Foto: David von Becker.