Matt Copson
Coming of Age. Age of Coming. Of Coming Age.

15.02.–04.05.25

„Mich interessiert der Ausstellungsraum als theatraler Raum und der Versuch, dort eine lebendige Figur zu erschaffen.“

Matt Copson

Aus dem Nichts erscheint ein Baby, geführt von einer anonymen Hand. Dieses Neugeborene ist die Hauptfigur in Matt Copsons (* 1992, UK) Trilogie Coming of Age. Es verkörpert ein unstillbares Verlangen: Es will wachsen, ein Vermächtnis hinterlassen, geliebt werden, andere unterhalten und unterhalten werden. Es strebt nach Selbstverbesserung, kann der unausweichlichen Selbstzerstörung jedoch nicht entkommen.

Copsons animierter Bildungsroman ist ein dreißigminütiges opernhaftes Werk, erzählt in Form von laserprojizierten, animierten Zeichnungen. Die Installation wird in der Haupthalle der KW gezeigt. Auf den drei Wänden spielt sich jeweils ein Akt der Trilogie ab – Coming of Age, Age of Coming und Of Coming Age. Das Baby bewegt sich wie zwischen Bühnenbildern hin und her und hinterlässt dabei Requisiten, die auf seine Rückkehr warten. Das zum Werk gehörige Libretto, gemeinsam mit der Musikerin Caroline Polachek geschrieben, wird von einem Knabensopran gesungen.

Im Erdgeschoss werden die Betrachter*innen von Thank You (2025) begrüßt, einer neuen Auftragsarbeit mit derselben Hauptfigur. Hier wendet sich das Baby direkt an das Publikum und bedankt sich für dessen Anwesenheit und Aufmerksamkeit. Zusammen erkunden die monumentalen und zugleich flüchtigen Werke den Sinn und Unsinn menschlicher Existenz, wobei sie den ihr zugrunde liegenden unermüdlichen Lebenstrieb, ihre Selbstbezogenheit und ihr zerstörerisches Streben nach endlosem Wachstum widerspiegeln.

Coming of Age. Age of Coming. Of Coming Age ist Matt Copsons erste institutionelle Einzelausstellung. In seiner hybriden Praxis – inspiriert von Popkultur und Mythologie, antiker Philosophie und mittelalterlicher Folklore – erkundet Copson existenzielle Fragen und zeitgenössische Subjektivität, die immer stärker unter dem Einfluss permanenten Wandels, Spektakels und Ökonomien der Aufmerksamkeit steht.

Kuratorin: Emma Enderby
Assistenzkurator*in: Lara Scherrieble

KW Institute for Contemporary Art, Berlin, 2025. Video: Vincent Schaack.

Video produziert von Vincent Schaack. 

Kuratorisches Interview

von Emma Enderby

Matt Copson und Emma Enderby im kuratorischen Gespräch

EE Mythen, Fabeln und Fiktion spielen in deiner Arbeit eine wesentliche Rolle. Häufig sind die Hauptfiguren deiner Installationen Archetypen, etwa Reynard the Fox (ein anthropomorphisierter Fuchs), eine fiktionale Version von Kurt Cobain namens Blake, ein Baby oder der Rattenfängers von Hameln. Was fasziniert dich an diesen Geschichten und Figuren?

Biografie

Matt Copson (* 1992, UK) lebt und arbeitet in London. Zu seinen jüngeren Ausstellungen gehören Restaurant Satyr, High Art, Arles; Age of Coming, Lodovico Corsini, Brüssel; Coming of Age, High Art, Paris; Down Boy, Reena Spaulings, New York; On Site, Swiss Institute, New York; Transcend and Die, Mönchehaus Museum, Goslar; und Blorange, Fondation Louis Vuitton, Paris. Seine Oper Last Days (Libretto und Regie: Matt Copson, Komposition: Oliver Leith) wurde 2022 am Royal Opera House in London uraufgeführt, die Premiere in den USA fand 2024 in der Walt Disney Concert Hall mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra statt.

Matt Copson, Porträt, Foto: Ronan Park.

Begleitprogramm

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