Michel Majerus
Early Works

22.10.22–15.01.23

Die Ausstellung Michel Majerus – Early Works in den KW Institute for Contemporary Art versucht, die allerersten Schichten von Michel Majerus’ (1967-2002, LUX) künstlerischem Wirken freizulegen, indem sie zwischen 1990 und 1996 entstandene frühe Arbeiten des Künstlers zeigt. Viele der ausgestellten Frühwerke sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen.

Die Ausstellung widmet sich den Anfängen von Majerus’ national und international gefeiertem Schaffen. Bereits im Frühwerk, das noch während seines Studiums entstand, zeigt sich Majerus’ künstlerischer Ansatz. Seine Arbeiten erforschen visuelle Kultur, Zeit, Geschwindigkeit und Serialität sowie virtuelle und physische Räume. Die kontinuierliche Beobachtung von Fläche und Raum sowie die Untersuchung von Materialien und Techniken waren essenziell für Majerus’ methodisches Durchleuchten der Bildproduktion. Diese Auseinandersetzung bildete die Grundlage für seine Reflexionen über die Bedeutung und Macht visueller Kultur.

In der Haupthalle und im Erdgeschoss zeigen die KW inmitten einer eigens dafür produzierten Ausstellungsarchitektur über 80 Werke aus dem frühen Schaffen. Baugerüstelemente verweisen auf Majerus’ erste institutionelle Einzelausstellung 1996 in der Kunsthalle Basel, in der der Künstler eine Szenografie schuf, die Betrachter und Betrachterinnen in den Bildraum integrierte. Mit dieser Praxis generierte Majerus eine neue und kritische Auseinandersetzung mit der fortlaufenden Hybridisierung visueller Kultur und deckte zugleich die Unmöglichkeit auf, der ständig wachsenden, durchdringenden Präsenz von Bildmaterial und virtuellen Räumen im Geflecht unseres Alltags zu entkommen.

Neben der Ausstellung in den KW werden sich auch der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.), der Kunstverein in Hamburg, der Michel Majerus Estate sowie die Galerie neugerriemschneider in Berlin in Einzelausstellungen mit der Vielschichtigkeit von Michel Majerus’ Schaffen auseinandersetzen und dies in einem noch nie da gewesenen Umfang würdigen. Parallel zu diesen Ausstellungen in Berlin und Hamburg zeigen deutschlandweit dreizehn Museen Werke von Michel Majerus aus deren Sammlungsbeständen.

Die Ausstellungsreihe Michel Majerus 2022 widmet sich zwanzig Jahre nach dem Tod von Michel Majerus verschiedenen Werkphasen und Aspekten seines außergewöhnlichen Schaffens, das bis heute Künstler*innen jüngerer Generationen beeinflusst. Zur Ausstellungsreihe erscheint 2023 eine umfassende Publikation.

Kurator: Krist Gruijthuijsen
Assistenzkurator: Léon Kruijswijk

Produziert von Locolor, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, 2022.

Kuratorische Einführung

von Léon Kruijswijk

Die Ausstellung Michel Majerus – Early Works versucht, die allerersten Schichten des künstlerischen Wirkens von Michel Majerus (1967–2002, LUX) freizulegen, indem sie über 80 zwischen 1990 und 1996 entstandene frühe Werke von ihm zeigt. Viele dieser Arbeiten sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen und warten noch auf eine kunsthistorische Einordnung in das Gesamtwerk des Künstlers. 

Biografie

Das umfangreiche Schaffen von Michel Majerus (1967-2002) ist ein frühes Beispiel einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem damals aufkommenden digitalen Zeitalter. Charakteristisch für sein Werk ist das Sampling, bei dem der Künstler Motive aus den unterschiedlichsten Kontexten aufgreift und Arbeiten schafft, die mittlerweile Teil der Kunstgeschichte sind, aber auch mit den überbordenden Bilderwelten der heutigen Gegenwart in Dialog treten. Werke von Majerus wurden in Einzelausstellungen in internationalen Museen und Institutionen gezeigt, darunter Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld (2018); CAPC musée d’art contemporain de Bordeaux, Bordeaux (2012); Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart (2011); Mudam, Luxemburg (2006); Kunsthaus Graz, Graz; Stedelijk Museum, Amsterdam; Deichtorhallen, Hamburg; Kestner Gesellschaft, Hannover (alle 2005); Tate Liverpool, Liverpool (2004); Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (2003) und Kunsthalle Basel, Basel (1996). Majerus nahm an der 48. Biennale von Venedig (1999) und der Manifesta 2 (1998) teil.

Michel Majerus, Robot, 1990, © Michel Majerus Estate, 2022. Courtesy Sammlung Andreas Gegner. Foto: Wolfgang Pulfer.

Die Ausstellungen zu Michel Majerus im KW sowie im n.b.k. werden unterstützt vom Haupstadtkulturfonds Berlin.