Was sind das für Zeichnungen?

„Alles beginnt mit einer Skizze.“

Emma Enderby

Die im Oktober 2025 gelaunchte neue visuelle Identität hat das Designstudio Correspondence mit und für die KW Institute for Contemporary Art entwickelt. Diese definiert die Außenwirkung des Hauses neu und bleibt zugleich in der Geschichte der Institution verankert. Das Re-Design umfasste unter anderem Logo-Anpassungen, Geschäftsausstattung, Beschilderungen und Ausstellungskampagnen bis hin zu einer neuen Webseite sowie einem digitalen Archiv, die beide in Zusammenarbeit mit dem Web Development Studio Systemantics entstehen.

Die neue Identität basiert auf zwei sich ergänzenden Ebenen: einer systematischen Ebene (systematic layer), die für verständliche und strukturierte Kommunikation sorgt, und einer intuitiven Ebene (intuitive layer), die Raum für Skizzen, Notizen und Interventionen aus dem Archiv der KW, der Öffentlichkeit und von eingeladenen Künstler*innen bietet. Dieser Ansatz spiegelt das Learning by Doing-Selbstverständnis der KW wider: die Praxis selbst ist ebenso wichtig wie die Idee; die Institution wächst nicht nur durch Reflexion, sondern durch aktive Teilhabe und durch Erfahrung.

Künstler*innen einer jeden Ausstellung sind eingeladen, durch Zeichnungen und Anmerkungen direkt mit der systematischen Ebene zu interagieren. Das Prinzip der Skizze als Ausgangspunkt künstlerischer Produktionen rückt das Prozessuale in den Vordergrund und betont die sich stetig entwickelnde Beziehung zwischen Künstler*innen und der Institution. Neben neu entwickelten Zeichnungen entsteht ein lebendiger Pool visuellen Materials, der stetig weiterwächst und das visuelle Erscheinungsbild der Institution prägt. Dieser wird generiert aus über 1.000 archivierten Skizzen, Notizen und Zeichnungen der Geschichte der KW, aus Künstler*innenarchiven sowie aus Beiträgen des KW-Teams, aus Kritzeleien auf den Wänden des Gebäudes, aus Skizzen von Besucher*innen und anderen Kollaborateur*innen der Institution.

Ein zentrales Element der neuen visuellen Identität bildet die  KW Grotesk, eine eigens entwickelte Schrift. Basierend auf Recherchen und dem visuellen Konzept von Correspondence wurde diese in Zusammenarbeit mit dem Berliner Studio Dinamo entwickelt. Inspiriert von frühen Groteskschriften aus der den KW nahegelegenen Schriftgießerei von Ferdinand Theinhardt greift KW Grotesk die Unregelmäßigkeiten historischer Schriftproduktion auf. Dabei werden beim Tippen alternative Buchstabenformen zufällig ausgetauscht, wodurch subtile Variationen entstehen. Diese wirken institutioneller Einheitlichkeit entgegen und erinnern an die Anfänge der KW als experimenteller Space im turbulenten Berlin der Nachwendezeit.

Dynamisch, partizipativ und praxisorientiert – die neue visuelle Identität der KW schafft Klarheit in der Sprache und bleibt zugänglich für alle.

Design: Correspondence
Font-Design: Dinamo Typefaces
Web Development: Systemantics

Correspondence ist ein Grafikdesign-Studio in Amsterdam und Berlin, das sich von Designstrategien des Alltags inspirieren lässt und überwiegend im Kulturbereich tätig ist. Gegründet wurde Correspondence 2023 von Justus Gelberg und Lukas Engelhardt.

Dinamo ist ein Studio für Schriftsatzgestaltung, das sowohl Retail- als auch maßgeschneiderte Schriften sowie Bücher und andere physische Objekte entwickelt. Von seinem Berliner Studio aus arbeitet das Team mit einem globalen Netzwerk von Mitwirkenden zusammen und realisiert Projekte unterschiedlicher Größenordnungen im kommerziellen sowie kulturellen Bereich.

Systemantics ist ein Webentwicklungsstudio, das sich auf Websites und Anwendungen für Kunst und Kultur, Design und Architektur spezialisiert hat. Ihre Arbeit vereint analytische Präzision mit einem ausgeprägten visuellen Gespür und schafft innovative digitale Erlebnisse. Mit über 300 abgeschlossenen Projekten in Zusammenarbeit mit mehr als 100 Designpartnern bringen sie umfassende Expertise in jede Kooperation ein.