Filmvorführung

Luiz Roque
Heaven Unfolded

Datum

Do, 25.07.24

Uhrzeit

21:30

Ort

Innenhof

Eintritt

5€

Tickets

Tickets online erhältlich / Restkarten an der Abendkasse

Heaven Unfolded versammelt eine Auswahl experimenteller Videoarbeiten, die sich sowohl mit der historischen und fortlaufenden Diskriminierung queerer Menschen als auch mit möglichen befreienden Zukünften beschäftigen. Die Veranstaltung beginnt mit und basiert auf Luiz Roques dystopischem Sci-Fi-Video HEAVEN (2016). Im Jahr 2080 mutiert in Brasilien ein durch Speichel verbreitetes Virus zu einer deutlich aggressiveren Variante. Diese scheint es auf Transgender-Personen abgesehen zu haben, die vom Gesundheitsministerium genehmigte Hormone einnehmen. Das Werk ist eine spekulative Analogie, die auf die anhaltende HIV-/AIDS-Epidemie und die Ungleichheiten im Gesundheitswesen entlang von Klassen- und Geschlechterlinien anspielt.

Eat Me (1975) von Lygia Pape zeigt Nahaufnahmen von zwei Mündern, die auf nicht identifizierbaren Objekten herumkauen und sie ausspucken. Das Werk bedient sich der brasilianischen kulturellen Metapher der Anthropophagie – der Idee, den*die Andere*n zu verschlingen, um dessen*deren Energie zu absorbieren – und dient als Allegorie auf die Gewalt, die Brasilien zu seiner Entstehungszeit beherrschte. Im Rahmen dieser Vorführung wirft Eat Me Fragen zu Intimität, Anziehung, Ablehnung, Abstoßung und Objektivierung auf.

In Temporada de caça (Jagdsaison, 1988) kombiniert Rita Moreira Straßeninterviews, Zeitungsausschnitte, gefundene Filmfragmente und Hommagen an historische queere Persönlichkeiten, um die verschiedenen Perspektiven auf die Welle homophober Hassverbrechen in São Paulo in den späten 1980er Jahren zu erkunden. Obwohl das Filmmaterial eine weit verbreitete Intoleranz gegenüber sexuellen Minderheiten offenbart, prangert Moreira mit ihrer Montage diese Sichtweisen und deren Förderung durch die Medien und die Kulturindustrie an. Temporada de caça betont, dass Homosexualität sowohl dem Menschen als auch der Natur innewohnt und dass Anderssein keine Anomalie oder Perversion ist.

Gewalt und Diskriminierung veranlassen die beiden Protagonist*innen in Somos Libres! (Sind wir frei?, 1981) von Miguel-Ángel Cárdenas dazu, ihren derzeitigen, nicht näher bezeichneten religiösen Aufenthaltsort zu verlassen und einen Ort zu finden, an dem sie sich freier fühlen können. Sie gelangen schließlich über Barcelona nach Amsterdam, werden aber von beiden so genannten fortschrittlichen Städten enttäuscht.

Filmprogramm:

Luiz Roque, HEAVEN, 2016, 9 Minuten
Lygia Pape, Eat Me, 1975, 9 Minuten
Rita Moreira, Temporada de caça, 1988, 24 Minuten
Miguel-Ángel Cárdenas, Somos Libres!?, 1981, 21 Minuten

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