Frieda Toranzo Jaeger
... And yet we are becoming

 

15. September 19, 17 und 18 Uhr

Ort: Halle

In englischer Sprache

 

Die Performances dauern jeweils rund 10 Minuten und sind im Eintrittspreis enthalten. 

 

<p>Frieda Toranzo Jaeger, <em>… And yet we are becoming</em>, Installations- und Performance-Ansicht, 2019, Courtesy die Künstlerin</p>

Frieda Toranzo Jaeger, … And yet we are becoming, Installations- und Performance-Ansicht, 2019, Courtesy die Künstlerin

 

Assoziative Klügeleien über‘s Nichts. Ich will euch eine Geschichte erzählen:
Bang, bang, bang rhythm is my bitch.
Politischer Pessimismus; streiten für Hoffnung und Dichtung;
Staunen als denkerischer Modus der
 Kontemplation: nichts von alldem gibt es hier. Gar nichts!
Eine Zukunftslandschaft, die sich so nur in der Malerei findet.

 

– Frieda Toranzo Jaeger in: … And yet we are becoming, Performance, 2019

 

Verschmelzung von allem und jedem, Sinnlichkeit und Sexualität kommen einem beim Verfolgen der sanft geschwungenen Linien in … And yet we are becoming (2019) von Frieda Toranzo Jaeger in den Sinn. Ihre luxuriösen Sportwagensitze, Flugzeuge ausgestattet mit einem Hi-Tech-Bordcomputer und automatisierte, geräuschlos öffnende Türen vermitteln den Eindruck einer nicht allzu fernen Zukunft, in der unser Alltag durchgängig automatisiert und von Geräten gesteuert wird. Handeln und Autonomie des Einzelnen ersetzen diese in dem Maß, in dem sie immer menschenähnlichere Formen annehmen und sich immer besser an unsere Bedürfnisse anpassen.

 

Toranzo Jaegers Ansatz in der Malerei nimmt die geschlechtliche Codierung des Autos als archetypische Männermaschine auseinander, indem sie aus der Innenausstattung geräuschloser Elektroautos intime, private, weibliche Räume zusammensetzt. Ihre verträumten Gefährte positioniert sie vor Hintergründen splitterhaft üppiger Landschaften und erkundet so die Spannung zwischen Innen und Außen, Passivität und Handeln, Autonomie und Hypertechnik, trügerischen Verheißungen der imperialistischen Autoindustrie und einer nachhaltigen Zukunft.

 

Mit … And yet we are becoming nutzt Toranzo Jaeger die Mittel der Performance, um ihre Erforschung des Handelns, der Stellung und Autonomie des einzelnen Körpers sowie der Malerei als Medium in einer zunehmend von Automatisierung und Fernsteuerung geprägten Welt fortzusetzen.