Gespräch zwischen Julia Bryan-Wilson und Eva Ehninger

 

21. November 19, 19 Uhr


Ort: KW Studio, Vorderhaus, 1. Stock


In englischer Sprache

 

<p>Christina Ramberg, <em>Willful Excess</em>, 1977, Copyright the Estate of Christina Ramberg, Courtesy Sammlung Karin Tappendorf</p>

Christina Ramberg, Willful Excess, 1977, Copyright the Estate of Christina Ramberg, Courtesy Sammlung Karin Tappendorf

 

Christina Rambergs Malereien von klar abgegrenzten, in bizarren Varianten geschnürten Torsi erkunden den von Kleidung, Korsetts, Frisuren, Verhaltens- und Gendernormen geformten Körper in seinem Verhaftetsein mit der Umgebung. Die individuelle Freiheit von körperlicher Erfahrung und Ausdruck wird radikal in Frage gestellt durch Rambergs kopflose Silhouetten, deren Gender im Ungefähren verbleibt und die eingepasst und stillgestellt sind im Hochformat ihrer Leinwand. Rambergs malerische Praxis fällt zusammen mit einer Hinwendung zum Figurativen: Indem sie die menschliche Form aus dieser Position untersucht, stellt sie die Frage nach dem Körper innerhalb von Repräsentationspolitiken in der Kunst. Julia Bryan-Wilson und Eva Ehninger nehmen das Gespräch auf, um die Bedingungen des repräsentierten (Frauen-) Körpers in der Kunst zu skizzieren und Rambergs Praxis im Kontext feministischer und queerer Theorien zu diskutieren. 

 

Julia Bryan-Wilson ist Professorin für moderne und zeitgenössische Kunst und Direktorin des UC Berkeley Arts Research Center an der University of California (US). Sie ist die Autorin von Sharon Hayes (2018, mit Jeannine Tang und Lanka Tattersall); Fray Art and Textile Politics (2017); Art in the Making: Artists and Their Materials from the Studio to Crowdsourcing (2016, mit Glenn Adamson); und von Art Workers: Radical Practice in the Vietnam War Era (2009). Ihre Texte sind u.a. erschienen bei Afterall, Art Journal, Artforum, Camera Obscura, Frieze und October.

 

Eva Ehninger ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Theorie und Kritik des amerikanischen Modernismus, Postkolonialismus und Mediengeschichte der Repräsentation. Sie ist die Herausgeberin von u.a. Bruce Nauman. A Contemporary (2018) und In Terms of Painting (2016, mit Antje Krause-Wahl). Derzeit schreibt sie an einer Monographie zu Face and History. Photographic Norms of Representation; ihre Texte sind erschienen bei Texte zur Kunst, kritische berichte und Photo Researcher.