Image Bank
22. Juni – 1. September 19

 

Eröffnung: 21. Juni 19, 19 Uhr

 

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<p>Bob Strazicich, <em>Mr. Peanut Mayoral Campaign: Mr. Peanut descends steps of Vancouver Court House</em>, 1974, Silbergelatine-Druck, Sammlung des Morris/Trasov-Archivs, Morris and Helen Belkin Art Gallery, University of British Columbia</p>
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Bob Strazicich, Mr. Peanut Mayoral Campaign: Mr. Peanut descends steps of Vancouver Court House, 1974, Silbergelatine-Druck, Sammlung des Morris/Trasov-Archivs, Morris and Helen Belkin Art Gallery, University of British Columbia

 

Image Bank wurde 1970 von Michael Morris (geboren 1946 in Saltdean, GB), Vincent Trasov (geboren 1945, Alberta, US) und Gary Lee-Nova (geboren 1943 in Toronto, CA) in Vancouver (CA) ins Leben gerufen. Als Modell für ein utopisch-alternatives Distributionssystem für Kunst außerhalb des institutionellen Radars von Museum und Markt initiierte Image Bank von Vancouver aus einen elf Jahre währenden, internationalen Austausch von Bildern und Korrespondenzen auf postalischem Weg, oft mit fließenden Grenzen zur konkreten Poesie. Zu den regelmäßigen Kollaborateur*innen des stetig wachsenden Netzwerks zählten neben Morris, Trasov und Lee-Nova u.a. Dana Atchley, Robert Cumming, Dick Higgins, Geoff Hendricks, Glenn Lewis, Eric Metcalfe, Kate Craig, Willoughby Sharp, General Idea und Ant Farm. Image Bank stand in engem Austausch mit anderen Mail Art-Kollektiven wie Ray Johnsons New York Correspondence School oder Robert Filliou und seiner Eternal Network-Idee. Die Appropriation und Umschreibung von Bild- und Sprachproduktionen aus Mainstream-Medien und oft wechselnde, Duchamp’sche, genderübergreifende Pseudonyme, die beteiligte Künstler*innen zirkulieren ließen, waren subversive Äußerungen zu Nachkriegs-Individualismus und -Konsumkultur und partizipierten an einem Moment beschleunigten Informations- und Datenaustauschs. Sie validierten zugleich die mythologisch-libidinale Kraft banalster, massenweise distribuierter Bildwelten und Wortspiele. Das Interesse an der Idee des Fetischs, das Image Bank mit General Idea in Toronto teilte, sowie am Ritual und Archiv, bestimmte die mannigfachen Tätigkeiten des Netzwerks bis zu seiner Umbenennung in Trasov/Morris-Archiv im Jahr 1977 aufgrund eines Copyright-Streits.

 

Das Archiv umfasst mehr als 10.000 Ephemera (Korrespondenzen, Postkarten, Briefpapier, Zeichnungen, Notizen, Collagen und Konzeptpapieren) sowie Fotografien, Filme und Requisiten. Die KW Institute for Contemporary Art präsentieren in Kooperation mit der Morris and Helen Belkin Art Gallery (Vancouver, CA) die weltweit umfassendste Retrospektive von Image Bank und geben einen Überblick über ihre wichtigsten Projekte, die aus einem Moment kollaborativer Kunstproduktion hervorgegangen sind, die die Grenze zwischen Kunst und Leben von Grund auf in Frage stellte und zeitgenössische Fragen zu Netzwerken, Tagging/Keyword-Indexing, kollektiver Autor*innenschaft und UGC (User Generated Content) vorwegnahm. Die Ausstellung wird im Sommer 2020 in der Morris and Helen Belkin Art Gallery an der University of British Columbia zu sehen sein.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten, u.a. von AA Bronson, Zanna Gilbert, Krist Gruijthuijsen, Angie Keefer, Maxine Kopsa, Hadrien Laroche, Felicity Tayler and Scott Watson.

 

Kurator*innen: Krist Gruijthuijsen, Maxine Kopsa, Scott Watson
Assistenzkuratorin: Kathrin Bentele

 

 

 

 

Die Ausstellung wird großzügig unterstützt vom Canada Council for the Arts, der Audain Foundation und der Botschaft von Kanada.