KW Digital: The Last Museum

 

30. April – 6. Juni 21

 

Künstler*innen: Nora Al-Badri, Nicole Foreshew, Juliana Cerqueira Leite, Jakrawal Nilthamrong, Zohra Opoku, Charles Stankievech

 

<p>Jakrawal Nilthamrong, <em>Barn Burner</em> (Filmstill aus <em>The Last Museum</em>, 2021); Courtesy der Künstler</p>

Jakrawal Nilthamrong, Barn Burner (Filmstill aus The Last Museum, 2021); Courtesy der Künstler

 

Das Ausstellungsprojekt, welches primär (für einen begrenzten Zeitraum) über www.kw-berlin.de/thelastmuseum zugänglich ist und sich simultan über sechs Kontinente sowie den digitalen Raum hinweg entfaltet, präsentiert neue Auftragsarbeiten, die die Grenze zwischen Film und Skulptur verwischen und zugleich das Potential einer Webseiten-Spezifität ausloten.

 

Die Webseite von The Last Museum präsentiert eine vielschichtige Realität oder (um einen Begriff aus dem ‚Computational Engineering‘ zu verwenden) einen ‚Stack‘. Dieser Stack (dt. Stapel) umfasst Land, Skulptur, Code-Benutzer*innenerfahrung, Metadaten sowie weitere, ‚softere‘ Spezifitäten. Jedes Kunstwerk in The Last Museum gleicht einem Vektor, der die verschiedenen Ebenen der Webseite durchkreuzt.

 

Alle beteiligten Künstler*innen wurden mit der Schaffung einer Skulpturengruppe beauftragt, die an einem frei gewählten, physischen Ort installiert wird. Einzige Bedingung war, dass der Ort mit Kommunikationsinfrastrukturen verbunden ist. Die endgültigen Standorte beleuchten sowohl technische als auch irrationale Ressourcen von Konnektivität, darunter ein berüchtigter Hackerspace in Berlin, Indigenes Land in einem entlegenen Teil Australiens, ein beliebtes Elektronik-Einkaufszentrum in der Innenstadt von São Paulo, eine Forschungsstation für kosmische Strahlung in den Rocky Mountains, eine halb fertige Leichenhalle in Accra/Ghana und brennende Felder in Chiang Mai, Thailand. Jede skulpturale Intervention wurde von den Künstler*innen auf Video aufgenommen, bevor die daraus resultierenden Clips einem Programmierer übergeben und mittels eines digitalen Orientierungsprotokolls zusammengetragen wurden. Das Ergebnis, welches als ‚Pop-up‘-Fenster auf der Startseite der KW erscheint, entfaltet sich als eine interaktive Sequenz aus Objekten und Orten und kann mithilfe speziell entwickelter Tools navigiert werden. Teilweise gleichen diese Tools weiteren (digitalen) Kunstwerken.

 

So verwenden Zohra Opoku und Nora Al-Badri Zeichensysteme, die einst unentzifferbar waren (in Form antiker ägyptischer Hieroglyphen). Neben Al-Badri beschäftigt sich auch Charles Stankievech mit mesopotamischer Keilschrift. In ihrer Arbeit beleuchtet Wiradjuri-Künstlerin Nicole Foreshew mittels ‚Message Sticks‘ Indigene Kommunikation, die sich kolonialen Blicken widersetzt. The Last Museum imaginiert Informationsübertragungen über die historische Dauer und vereint Schnittpunkte aufkommender Technologien, (Körper-) Politiken und globale Ökonomien, während sich Verdrängung, Limbo, Verlust und Untod zu einem Leitmotiv herauskristallisieren.

 

The Last Museum wird als ‚Pop-up-Ausstellung‘ auf den Webseiten aller Partnerinstitutionen zu sehen sein, wobei jede Präsentation der Wanderausstellung ein neues Kapitel beinhaltet – jeweils mit einem*r zusätzlichen Künstler*in/Standort aus dem Land der gastgebenden Institution, die der navigierbaren Sequenz hinzugefügt werden. Die Partnerinstitutionen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

 

Kurator: Nadim Samman

 

 

Das Programm der KW Institute for Contemporary Art wird ermöglicht durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

 

The Last Museum wird in Zusammenarbeit mit der Polyeco Contemporary Art Initiative (PCAI), Athen realisiert.

 

Medienpartner: ARTE