Oraib Toukan
What Then
19. Februar – 1. Mai 22

 
<p>Oraib Toukan, <i>Via Dolorosa</i>, 2021. Bildstudie in einem Einkanal-Video (Farbe, Ton). Courtesy die Künstlerin<span class="Apple-converted-space"> </span></p>

Oraib Toukan, Via Dolorosa, 2021. Bildstudie in einem Einkanal-Video (Farbe, Ton). Courtesy die Künstlerin 

 

Die KW Institute for Contemporary Art laden die amerikanische Künstlerin und Wissenschaftlerin Oraib Toukan (*1977, US) ein, zwei neue Filme zu präsentieren, die im Rahmen ihrer Langzeitstudie über „grausame Bilder“ entstanden sind. In ihrer künstlerischen Forschungspraxis beschäftigt sich Toukan mit unserem Umgang mit mediatisierten Bildern von Gewalt und insbesondere mit dem schmalen Grat zwischen Hin- und Wegsehen.

 

Toukan arbeitet mit Fotografie, Film, Text und Sprache und nutzt die Postproduktion als Mittel zur Erforschung der Komplexität der Darstellung von Begegnungen mit Gewalt. Indem sie in einer Arbeit Bilder der Grausamkeit sanften und alltäglichen Bildern gegenüberstellt oder gefundene und restaurierte Archivbilder von Gewalt neu zusammenschneidet, wirft sie die Frage auf, was jenseits des im Bild festgehaltenen Leidens liegt.

 

Der Ausstellungstitel verweist auf einen Vers von Jabra Ibrahim Jabra – What Then, What do we do with our Love (1974) – und würdigt den Zustand der zeitlichen und räumlichen Distanz zu Unheil und Katastrophen. Toukans Arbeiten wenden sich ab von der viel zitierten Dichotomie von Empörung und Gleichgültigkeit und kehren zurück zur Funktion des Betrachtens. So ermöglicht sie eine relationalere Lesart, eine Beobachtung von Gewalt aus einer anderen Situiertheit heraus.

 

Co-Kuratoren: Krist Gruijthuijsen und Léon Kruijswijk