ABGESAGT:
Yto Barrada Hand-Me-Downs
& Simone Fattal Autoportrait

 

15. April 20, 19 Uhr
Ort: KW Studio, Vorderhaus, 1. Stock
In englischer Sprache

 

Filmvorführungen
Yto Barrada Hand-Me-Downs (2011): 14 Minuten
Simone Fattal Autoportrait (1971/2012): 46 Minuten

 

Yto Barrada
Hand-Me-Downs

 
<p>Film-Still von Yto Barrada, <em>Hand-Me-Downs</em>, 2011, Courtesy die Künstlerin & Sfeir-Semler Gallery Beirut / Hamburg</p>

Film-Still von Yto Barrada, Hand-Me-Downs, 2011, Courtesy die Künstlerin & Sfeir-Semler Gallery Beirut / Hamburg

 

„Hand-Me-Downs“ sind Kleidungsstücke, die von einer Generation zur nächsten weitergereicht werden, wie die Erzählerin am Anfang von Yto Barradas (*1971, FR) gleichnamigem, 14-minütigem Video erklärt. Wie die Kleider reicht auch Hand-Me-Downs gefundenes Filmmaterial weiter – körnige Vintage-Amateur-Aufnahmen, die aus privaten Familienrepertoires zu stammen scheinen, begleitet von (französischer) Filmmusik aus der Zeit von 1927–1931, die ein ähnliches Gefühl von Nostalgie hervorruft. Dass nicht alles ist wie es scheint, zeigt sich mit der zunehmenden Unzuverlässigkeit der Erzählerin – Bilder scheinen nicht so recht mit dem Gesagten übereinzustimmen und vice versa – oft ist das, was erzählt wird zu unglaublich, um wahr zu sein. Die 15 „weitergereichten“ Geschichten rekonstruieren biografische Identität und Brüche vor dem Hintergrund von Marokkos Übergang von Kolonialismus zu Postkolonialismus.

 

 

Simone Fattal
Autoportrait

 
<p>Film-Still von Simone Fattal, <em>Autoportrait</em> <em>1972-2012</em>, 2012, FNAC 2016-0006, Centre national des arts plastiques, © Simone Fattal / Cnap</p>

Film-Still von Simone Fattal, Autoportrait 1972-2012, 2012, FNAC 2016-0006, Centre national des arts plastiques, © Simone Fattal / Cnap

 

Simone Fattals (*1942, SY) Autoportrait ist der Versuch eines filmischen Selbstportraits und weitestgehend ein Monolog, vermengt mit Fragmenten von Konversationen zwischen Fattal und Freunden oder ihren Eltern. „I wanted to do my self-portrait”, sagt Fattal im Video, „although I’m a painter, I called upon two friends to make a film because I thought the language of cinema was much richer, and allowed for a longer-lasting vision.” Erst 2012 editierte Simone Fattal aus ihren 1971 aufgenommenen die 46-minütige Videoarbeit Autoportrait. Das Filmmaterial entfaltet sich nicht linear oder logisch; vielmehr erscheint Fattals Autobiografie-Projekt als etwas Fragmentarisches oder Bruchstückhaftes – der Art und Weise gleich, wie Film funktioniert, aber auch Erinnerung, Geständnisse und Verführung.