Trevor Paglen
Autonomy Cube, 2015

 
<p>Trevor Paglen, <em>Autonomy Cube</em>, 2015, Courtesy der Künstler; Metro Pictures, New York; Altman Siegel, San Francisco; Foto: Trevor Paglen Studio</p>

Trevor Paglen, Autonomy Cube, 2015, Courtesy der Künstler; Metro Pictures, New York; Altman Siegel, San Francisco; Foto: Trevor Paglen Studio

 

Die Arbeit Autonomy Cube des Künstlers und Geographen Trevor Paglen wird nach ihrer Präsentation im Rahmen der 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst in dem neuen, umgestalteten Eingangsbereich der KW Institute for Contemporary Art permanent installiert.

 

In der minimalistischen Ästhetik von Hans Haakes Condensation Cube (1963-65) verankert, umrahmt die Plexiglasskulptur ein technologisches System, das über die historische Referenz hinausgeht und der Arbeit zugleich eine reale Anwendbarkeit verleiht. Der transparente Kubus enthält eine Reihe von vier Computerschalttafeln, die als Austrittsknoten und Router für Tor benutzt werden – ein anonymes Zwischennetzwerk für den Datenverkehr im Internet, wodurch ein offener, sicherer Hotspot mit dem Zugangscode „Autonomy Cube“ für Besucherinnen und Besucher bereitgestellt wird.

 

Der Würfel hat außerdem die Funktion einer Relaisstation für weitere Tor-NutzerInnen weltweit, welche über die Internetverbindung der Anbieterinstitution ihre Datenspuren anonymisieren können.

Somit agiert Autonomy Cube als Statement gegen die Zunahme der Überwachungsmethoden des 21. Jahrhunderts und öffnet der Anbieterinstitution einen konkreten Möglichkeitsraum für den Schutz der Privatsphäre und die Erhaltung der Autonomie in der digitalen Welt. Präsentiert wird eine Hardware, die eine echte Freiheit im Netz ermöglicht und die Rolle der kulturellen Institution als einem sozial und politisch engagierten Raum hervorhebt und verstärkt.

 

Trevor Paglen (*1974 in Camp Springs, US) lebt und arbeitet in Berlin.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Edith-Russ-Haus für Medienkunst.