REALTY
SPACECRAFT

 

8.–13. November 18

Öffentliche Workshops

Ort: KW Studio, Auguststraße 69, 10117 Berlin

 

11. November 18, 13–18 Uhr

Öffentliche Präsentationen

Ort: Werkstatt Haus der Statistik, Karl-Marx-Allee 1, 10178 Berlin

 

11. November 18, 18–20 Uhr

Rundgänge, musikalische Performance und Finissage in Kreuzberg

Bus Transport von Werkstatt Haus der Statistik nach Kreuzberg um 18 Uhr

 

<p class="BodyA">Strategien der Verstetigung und des <i><span lang="NL">Smart Finance </span></i>im Kontext der zeitgenössischen Kunst</p>
<p class="BodyA">Bild: svgsilh.com</p>

Strategien der Verstetigung und des Smart Finance im Kontext der zeitgenössischen Kunst

Bild: svgsilh.com

 

SPACECRAFT befasst sich mit Strategien der Querfinanzierung kollektiven Eigentums, die einen Kontrast zur unerbittlichen Prekarität der zeitgenössischen Kunst bieten. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Methoden der Kollektivisierung und Kryptofinanzierung sich neben anderen Optionen als nachhaltige Arbeitsmodelle auf diesem Feld erweisen könnten. SPACECRAFT ist Teil des REALTYProgramms, das die Mitverantwortung der zeitgenössschen Kunst an der Gentrifizierung untersuchtund praktikable Lösungsansätze im Hier und Jetzt aufzeigt.   

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Hierfür sind die KUNSTrePUBLIK ein Paradebeispiel. Das Künstlerkollektiv hat einen eigenen Ort – das ZK/U – auf Basis eines Erbbaurechtvertrags gegründet, der eine Mietdauer von mehreren Jahrzehnten oder länger gewährleistet. Der Erhalt dieser Infrakstruktur ist eine Herausforderung, die einen zentralen Aspekt der künstlerischen Arbeit von KUNSTrePUBLIK ausmacht.
Dabei geht diese Errungenschaft zurück auf eine lange Vorgeschichte ihres Engagements für öffentliche Räume und Institutionen. Vor zwölf Jahren gründete das Kollektiv auch den Skulpturenpark in Berlin-Mitte. Nach und nach musste der Skulpturenpark Wohnblocks für die obere Mittelklasse weichen, die Berlin zunehmend prägen. Während die Geschichte kaum überraschen dürfte, verwundert umso mehr, dass – nach Jahrzehnten zunehmend brutaler Aufwertungs- und Verdrängungsmuster – temporäre Nutzung und Project-City-Romantik in der Berliner Kunstwelt weiterhin so attraktiv sind. (Davon bilden die KW keine Ausnahme.) Lässt sich aus zwei Jahrzehnten temporärer Nutzung, die den Weg für die Neubau-Gentrifizierung in Mitte ebnete, eine Lehre ziehen? Dies jedenfalls lässt die Arbeit der genannten Künstler*innen vermuten.  
Vom Skulpturenpark abgesehen, vermittelt SPACECRAFT auch Fachwissen über die Finanzialisierung des Berliner Wohnraums, über die nachhaltige Bedeutung von Land Trusts, über kollektive Vermögensverwaltung und über das Versprechen neuer Technologien. Blockchain-Enthusiast*innen sind der festen Überzeugung, dass Kryptowährungen, „Smart Contracts“ und „dezentralisierte autonome Organisationen“ ein neues Arbeitsfeld bieten, das neue Formen des kollektiven Eigentums und sogar eine Wende zu den Commons als politische Kraft mit sich bringen wird. REALTY und ZK/U zählen zur allmählich wachsenden Zahl von Künstler*innen und Kurator*innen, die sich im Berliner Kontext vermehrt mit diesem Themengebiet befassen.

SPACECRAFT umfasst sowohl geschlossene Workshops als auch ein öffentliches Programm. Letzteres schließt eine Auswahl von Sequenzen aus dem Web-TV-Kanal realty-v von Christopher Roth ein, darunter Propaganda-Vignetten und Archivmaterial.  

 

Während SPACECRAFT den Fokus auf räumliche Strategien des Hier und Jetzt legt, ist das darauffolgende REALTYSymposium STATECRAFT ein Vorgriff auf kunstontologische Verschiebungen, die sichinnaher Zukunft vollziehen könnten. STATECRAFT findet vom 14.–18. November 2018 in den Räumen von ExRotaPrint, dem Pavillon Haus der Statistik und den KW statt. 

 

REALTY wird von Tirdad Zolghadr kuratiert und von den KW und der Sommerakademie Paul Klee Bern gefördert. Bisher nahm das Programm bereits das Format öffentlicher Veranstaltungen, semi-formaler Arbeitsgruppen, künstlerisch Auftragsarbeiten, eines Web-TV-Senders, Universitätsseminare sowie eines Forschungsstipendiums an.

https://space-time.tv/realty-v

http://realtynow.online/

www.skulpturenpark.org

 

 

 

 

Öffentliches Programm
11. November 18

 

Ort: Werkstatt Haus der Statistik, Karl-Marx-Allee 1, 10117 Berlin

Eintritt: 3/5/8 €

 

13 Uhr Tirdad Zolghadr

SPACECRAFT, REALTY, Zeitgenössische Kunst – eine Einführung

 

13.30 Uhr Erik Bordeleau: Bringing Ourselves to Forms Irreversible (Irreversiblen Formen entgegen)
Vortrag auf Englisch

 

Wir von der Economic Space Agency (ECSA) sind der Meinung, dass Wirtschaft und Governance zwei Seiten derselben Medaille sind. Mehr und mehr Menschen experimentieren mit der sogenannten Distributed-Ledger-Technologie, und fassen neue Logiken und Protokolle der Selbstorganisation ins Auge. Dabei erfinden wir unterschiedliche Peer-to-Peer-Wertschöpfungsmodelle, neue Techniken der kollektiven Vermögensverwaltung und progressive „Fractal-Ownership“ Modelle. Steuern wir auf das zu, was Lovink und Rossiter als „organisierte Netzwerke“ bezeichneten, oder als „Netzwerke mit Konsequenzen“? Wo liegen die Grenzen der Finanzialisierung, wo die anderen politisch-ästhetischen Beschränkungen dieser neuartigen krypto-organisatorischen Formen?  

 

14 Uhr Ruth Catlow: Art and Blockchains in Space (Kunst und Blockchains im Raum)
Vortrag auf Englisch

 

Die Kunstwelt hat ein Problem. Obschon sie große Gelder anhäuft, ist es schwieriger als jemals zuvor, eine künstlerische Praxis aufrechtzuerhalten; selbst in den reichsten Städten der Welt. Vor zehn Jahren machten Blockchains mit der Vorstellung Schluss, dass die Ressourcen Geld und Wertigkeit von einer zentralen Instanz festgelegt werden müssen. Nun aber stehen Blockchains und das dezentrale Internet in der Pflicht, ihr Versprechen von emanzipatorischen Governance-Innovationen einzulösen. Für das neue Furtherfield Decentralised Arts Lab (DECAL – ein kooperatives Betriebssystem für die Künste) steht ein enges Verhältnis zur physischen Infrastruktur vor Ort an zentraler Stelle. Dieser Vortrag wird den Fokus auf künstlerische Strategien legen, die darauf abzielen, erneut auf die Bedürfnisse von Lokalitäten und Translokalitäten einzugehen. Darüber hinaus warnt er jedoch vor einer allumfassenden – und dadurch ferngesteuerten – „Tokenisierung“ unserer Umwelt.    

           

15.45 Uhr Andreas Krüger: How Could This Happen: on the Making of Moritzplatz, a culturally driven city neighbourhood (Wie konnte das passieren: Über den Moritzplatz, ein kulturell engagiertes Stadtquartier)

 

Seit seiner Einführung vor einem guten Jahrzehnt wird das Modulor/Aufbauhaus als Modell gehandelt, das private, öffentliche und gemeinschaftliche Interessen in Form von fruchtbaren Absprachen zusammenführt. In diesem Vortrag wird Andreas Krüger, dessen beispielhafte Bemühungen das Projekt erst zu dem machten, was es heute ist, die Unterschiede erörtern, die das Projekt zu etwas Besonderem machen – in stadtpolitischer Hinsicht und darüber hinaus. Statt für eine „Planungskultur“ plädiert er für „kulturelles Planen“. Dafür gilt es, die Stärken und Ressourcen der Kulturindustrie zu mobilisieren und die Neubauten unserer Städte in ihrer Auswirkung nachhaltiger, in ihrer Beschaffenheit zugänglicher und in ihren Gründungsanfängen demokratischer zu gestalten. 

 

16.15 Uhr Sabine Horlitz: Community Land Trusts: Nachbarschaftliche Selbstverwaltung gegen Bodenspekulation und Verdrängung
Vortrag auf Englisch

 

Die Kurzformel „community-led development on community-owned land” fasst die Kernidee der Community Land Trusts (CLT) treffend zusammen. CLTs sind eine gemeinschaftliche, nicht-gewinnorientierte Eigentumsform, mit der Grund und Boden der Spekulation entzogen wird, um diesen dauerhaft für günstigen Wohnraum, aber auch für andere soziale, kulturelle oder gewerbliche Nutzungen zur Verfügung zu stellen. Sie sind zudem eine Form der nachbarschaftlichen Selbstverwaltung, in der über die Nutzung des Bodens und die darauf befindlichen Nutzungen entschieden wird, so dass diese dem lokalen Bedarf entsprechen. Der Vortrag gibt eine Einführung in Geschichte, Struktur und Funktionsweise der CLTs und stellt einige exemplarische Fallbeispiele dar, von Dudley Street in Boston über die New York City Community Land Initiative bis zur vielfältigen CLT-Landschaft in London.

 

16.45 Uhr Laura Calbet Elias: Finanzialisierte Wohnungsbau-Developer in Berlin-Stadtmitte
Vortrag auf Englisch

 

Private Projektentwickler werden in der aktuellen Wohnungspolitik als Akteure angesehen, die einen wesentlichen Beitrag bei der Errichtung von Wohnraum leisten sollen. Aufgrund von weitreichendenden Finanzialisierungsprozessen findet allerdings ein Wandel in der Branche statt, der kaum Beachtung findet. Dieser Vortrag zeigt auf, wie im Laufe der Neubebauung in der Nachbarschaft des ehemaligen Skulpturenparks die Finanzialisierung der Projektentwicklung vorangeschritten ist. Mit Methoden des corporate research wird erörtert, wie neue Akteurskonstellationen entstehen, durch die sich die Produktion von Wohnraum an einer finanzmarktgeleiteten Verwertungslogik orientiert – und wie sich diese Dynamik auf Stadtentwicklung und Wohnraumversorgung auswirkt.

 

18.00 Uhr KUNSTrePUBLIK (KrP): Fördern und Fordern
Musikalisches Lehrstück (Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Alte Jakobsstraße, Ecke Seydelstraße, 10117 Berlin Kreuzberg – mit Bustransport von der Karl-Marx-Allee 1)

 

Nachdem der Skulpturenpark Berlin_Zentrum die letzten acht Jahre bewusst künstlerisch brachgelegt wurde, soll nun die neu entstandene urbane Situation, mit Ihren neuen Bewohnern, programmatisch untersucht werden. Hierzu wird eine erste Bestandsaufnahme angesetzt, im Duktus der ersten künstlerischen Forschungsarbeiten vor Ort, um Licht ins Dickicht der angelegten „Neuen Mitte” zu bringen. In Referenz auf die letzte Arbeit von KrP Lands End, entwickelt KrP ein musikalisches Lehrstück vor Ort. KrP entwickelt Charaktere, die vom Leben im neu entstandenen Viertel erzählen. Von den Wünschen beim Einzug und der Realität vor Ort. Diese Arbeit ist der Auftakt für eine neue Serie des Skulpturenparks Berlin_Zentrum im Jahr 2020.

 

19.00 Uhr Felix Hartenstein: High-Growth Businesses 
Ort: Stadtrundgang von Alte Jakobsstraße zum Moritzplatz, 10969 Berlin Kreuzberg
Führung auf Deutsch

 

Das Betahaus hinterm Moritzplatz gilt als die Wiege des Coworkings in Berlin. Mittlerweile tummeln sich zahlreiche international agierende Anbieter in der Stadt. Darunter Techspace aus London, die gleich um die Ecke einen Coworking Space mit Fokus auf „high-growth businesses” betreiben. Und auf dem ehemaligen Gelände des Autovermieters Robben & Wientjes plant der Immobilienentwickler Pandion eine Art modernen Gewerbehof mit dem Namen „The Shelf”. Hier verdichten sich die stadtpolitischen Debatten um Aufwertung, Flächenkonkurrenzen und sozioökonomische Homogenisierung. Kunst und Kommerz, Wohnungssuchende und Gewerbetreibende, Politik und Immobilienwirtschaft buhlen um eine der letzten, kostbaren Freiflächen. Es geht um den Zugang zu Stadtleben und Urbanität und die Frage, was für eine Stadt Berlin zukünftig sein möchte.

 

19.30 Uhr Larissa Fassler: Emotional Blackmail (Moralische Erpressung)
Ort: Moritzplatz, 10969 Berlin Kreuzberg
Finissage

 

2017 erwarb das Immobilienunternehmen Pandion beträchtliche Grundstücksflächen in der Nähe des Moritzplatzes. Die High-End-Entwicklung markiert eine Wende, die die Identität des Stadtteils zweifelsohne neu prägen wird. Umfangreiche Verdrängung wäre in diesem Fall nur eine Frage der Zeit. Zahlreiche Kultur-Institutionen, die KW eingeschlossen, beteiligten sich an einer Zwischennutzung der neuen Örtlichkeiten von Pandion. Diese Zusammenarbeit weckte jedoch innerhalb der Institution das Verlangen, fortan Verantwortung für solche Wagnisse zu übernehmen. Emotional Blackmail (2018), die Werbetafeln und Straßenplakate der Künstlerin Larissa Fassler, sind Teil einer Reihe von Forschungs- und Kunst-Aufträgen, die seither zum Einsatz kommen.

 

 

Öffentliche Workshops
8.–13. November 18

 

Bitte melden Sie sich im Voraus unter reservation@kw-berlin.de an.

 

8. November 18, 16–19 Uhr
Daniela Brahm & Les Schliesser (ExRotaprint): Das Ende der Zwischennutzung
Ort: KW Studio
Workshop auf Deutsch

 

Welchen Spielraum bieten Zwischennutzungen für Kunst und KünstlerInnen tatsächlich? Kann diese kurzzeitige Taktik so umdefiniert werden, dass ein zukunftstaugliches Potenzial zutage tritt, das sowohl Künstlern wie auch der unmittelbaren Nachbarschaft zugutekommt? Anhand des Erfolgsmodells ExRotaprint werden in diesem Workshop Strategien der Verstetigung erprobt. Auf ihrem 10.000 qm Gelände in Berlin-Wedding haben die Künstler Daniela Brahm und Les Schliesser ein Eigentumsmodell umgesetzt, das die Spekulation mit dem Gelände ausschließt und die Nutzung an klar definierte Ziele bindet. Mittlerweile wird ExRotaprint in der Berliner Liegenschaftspolitik als Modell wahrgenommen, das von Nutzern vor Ort entwickelt eine sozial integrative, langfristig stabile und finanziell tragfähige Perspektive schafft.

 

9. November 18, 17–19.30 Uhr
Erik Bordeleau: 50 Shades of (Network) Derivative (50 (Netzwerk-) Derivatenschattierungen) 
Ort: KW Studio
Workshop auf Englisch

 

Im Finanzwesen geht es in erster Linie nicht um Geldwert, sondern um sozialpolitische Gestaltung. Es ist eine Methode, die Zukunft durch das Design kollektiver Attraktoren zu koordinieren. In der Kryptoökonomie erscheinen solche Attraktoren als Tokens, die die soziale Extase eines Netzwerks einfangen. Ihre Zirkulations- und Governance-Muster ermöglichen die Chiffrierung von Geselligkeit auf unerwartete, kreative Weise. Indem sie potenzielle Liquidität einbringen, fungieren Krypto-Tokens auch als kollektives Mittel gegen unsere Verwundbarkeit gegenüber ökonomischen Risikofaktoren. Als solche dienen sie als Derivate, und verkörpern einen virtuellen Überfluss, der mit dem belonging in becoming einer Gemeinschaft zusammenfällt. In diesem Token-Design-Workshop wird die kreative Spannung zwischen finanzieller Wertschöpfung und dem Risikofaktor aller Derivate thematisiert. Als Ausgangspunkt dient ein Leitspruch von Frank Knight, einem einflussreichen amerikanischen Ökonomen, der für seine Unterscheidung von Unsicherheit und Risiko bekannt ist: „Im Leben geht es nicht grundsätzlich um ein Streben nach Zielen, nach Befriedigungen, sondern viel mehr nach den Grundlagen für weiteres Streben. Das Begehren ist viel grundlegender für das Verhalten als die Errungenschaft, oder besser, die wahre Errungenschaft ist die Veredelung und Erhöhung der Ebene des Begehrens, die Kultivierung des Geschmacks.“ 

 

12. November 18, 10–12.30 Uhr
Ruth Catlow: A TCR for Everything (Ein TCR für alles)
Ort: KW Studio
Workshop auf Englisch

 

TCRs oder Token-Curated Registries sind eine Blockchain-basierte Methode, um „die Masse“ zu benutzen und anzuregen. Sie dient grundsätzlich dazu, zu entscheiden, ob etwas einer bestimmten Gruppe zugehört oder einer anderen Gruppierung zugeordnet werden muss. Token werden genutzt, um die Wahlrechte innerhalb eines solchen Netwerks nachzuverfolgen. Der Wert eines Tokens wächst mit seiner Beliebtheit, und mit der Bewertung des Registers, das es verwaltet. Workshop-Teilnehmer*innen werden hier mit Catlow ein neues „Papier-TCR“-Spiel testen, das als „Monopoly für denkende Systeme“ angelegt ist, und das sie gerade zusammen mit Kurator Ben Vickers entwickelt. Die Teilnehmer*innen werden das TCR-Spiel dazu verwenden, ein Manifest für SPACECRAFT zu erstellen. Damit knüpfen sie an die Kampagne „We Won’t Fly for Art“ von 2009 an, die den Anteil der Kunst am Klimawandel kritisierte. A TCR For Everything ist ein Workshop, der die Grenzen und Möglichkeiten reiner Marktmechanismen erkundet, um Koordination auf globaler Ebene zu bewerkstelligen.

 

12. November 18, 17–19.30 Uhr
Larissa Fassler: Emotional Blackmail: Thinking Through Plotting
Ort: MaHalle, Waldemarstraße 110, 10997 Berlin-Kreuzberg
Workshop in Englisch, Deutsch und Türkisch 

 

Dieser Workshop besteht aus einem Künstlervortrag und einer Diskussion, basierend auf Larissa Fasslers Projekt Emotional Blackmail (2018) am Moritzplatz in Kreuzberg. Seit über zehn Jahren erforscht Fassler die konkrete Wirkung materieller Umgebungen auf ihre jeweiligen Benutzer. Dabei legt sie besonderen Wert auf nationale Embleme, und auf die Fallhöhe zwischen einem nationalen Selbstbild und den real existierenden Begebenheiten. Obwohl traditionelle Methoden architektonischer Darstellung hierbei zum Zuge kommen – unter anderem auch Maketten und Bodenpläne – setzt sich Fasslers Arbeit doch grundsätzlich ab von konventionellen Dokumentationsformen unter Architekten und Urbanisten. Öffentliche Orte werden mittels detaillierten Rundgängen – geduldig die Schritte zählend – und minuziösen Beobachtungen während Hunderten von Stunden vor Ort erfasst.

 

13. November 18, 10–12.30 Uhr
Andre Sacharow und Sabine Horlitz: Community Land Trusts: Ein Modell auch für Berlin?
Ort: KW Studio
Workshop auf Deutsch

 

Seit Anfang 2018 trifft sich eine aus Interessierten und Initiativen bestehende Arbeitsgruppe zu Community Land Trusts in Berlin, die – mit Unterstützung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg – an einer Übertragung des CLT-Modells für den hiesigen Kontext arbeitet. Das Ziel ist, eine Struktur zu schaffen, die Grund und Boden dauerhaft der Spekulation entzieht, einen Gegenpol zur Spekulationsspirale in Berlin setzt und nicht-gewinnorientierte Wohnräume dauerhaft sichert. Im Workshop werden die Ideen zu einem Berliner-CLT und die Zwischenergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu seiner Umsetzung vorgestellt. Gemeinsam mit den Workshopteilnehmer*innen sollen diese kritisch hinterfragt und auf die Möglichkeit einer nicht-spekulativen Nachbarschaftsplanung von unten diskutiert werden. Was bedeutet „Community“, welche Rolle spielt „Land“ dabei, wie und für wen wird dieses im „Trust“ treuhänderisch verwaltet? 

 

13. November 18, 18–20.30 Uhr
Andreas Krüger: Advantages Guaranteed for all Parties Involved? (Garantierte Vorteile für alle Beteiligten?)
Ort: KW Studio
Workshop auf Deutsch

 

Wie werden die Ziele und Vorteile für Immobilienwirtschaft und Künstler*innen ins (Un-)Gleichgewicht gebracht? In diesem Workshop entmystifiziert Krüger Gesetzesentwürfe und Business Templates, in der Hoffnung, Künstler*innen Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen ermöglichen, mehr als hübsche Fußabstreifer für Immobilien zu sein. Wie können wir uns von dem atemlosen Tempo von Zwischennutzung lösen? Indem wir Eigentümer*innen, Politiker*innen und öffentliche Verwaltung mit gut ausgebildeten „Anbieter*innen ungewöhnlicher Lösungen“ interagieren lassen, zum Beispiel mit Künstler*innen und anderen Kreativen. Tauchen wir direkt ein in die aufkommende Wunderwelt des „kulturellen Planens“. Von der Ideenausschreibung zu neuen Formen von „Eigentum“, wie z.B. Genossenschaftsrecht und Erbbaurecht, zu kulturellen Verhaltenscodes, zu Querfinanzierung und Planungsinstrumenten, bis hin zu Gemeinschafts- und Bündnis-bildenden Taktiken zwischen allen Arten von Partner*innen- und Komplizen. Vorteile für alle Beteiligten garantiert? Vielleicht, wahrscheinlich, möglicherweise…

 

 

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