School of Casablanca
2020–2022

 
<p>Toni Maraini unterrichtet Kunstgeschichte an der Casablanca School of Fine Arts, 1965, Courtesy Toni Maraini Archive, Foto: Mohamed Melehi</p>

Toni Maraini unterrichtet Kunstgeschichte an der Casablanca School of Fine Arts, 1965, Courtesy Toni Maraini Archive, Foto: Mohamed Melehi

 

Die KW Institute for Contemporary Art und die Sharjah Art Foundation freuen sich, von 2020 bis 2022 in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Marokko und ThinkArt ein gemeinsames Projekt zur School of Casablanca zu realisieren – einer Gruppe, die in den 1960er Jahren in Marokko innovative Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien entwickelte.  

 

In Anlehnung an das Bauhaus-Manifest dachten die Vertreter*innen der School of Casablanca in den 1960er und 1970er Jahren das Verhältnis von Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur in einem lokalen Bezugsrahmen neu. Das gemeinsame Projekt greift diesen Ansatz nach dem hundertjährigen Jubiläum der Bauhaus-Gründung auf, um das Erbe der School of Casablanca für zeitgenössische Diskurse fruchtbar zu machen. Damit soll über lokale Zusammenhänge hinaus eine kritische Auseinandersetzung mit den Traditionen westlicher Methodologie und einer damit verbundenen Selbstverortung angestoßen werden.

 

Einen wesentlichen Bestandteil des Projekts bildet ein Residency-Programm in Casablanca, in dessen Rahmen ausgewählte Residents von 2020 bis 2022 forschen, neue Arbeiten entwickeln und ein öffentliches Programm um ihre Forschung herum etablieren. Die sechs Teilnehmer*innen des Programms sind Céline Condorelli, Fatima-Zahra Lakrissa, Marion von Osten, Manuel Raeder, Bik Van der Pol und Abdeslam Ziou Ziou.

 

Das gemeinsame Projekt und das Residency-Programm sollen zu nachhaltiger Wissensproduktion beitragen und den Austausch zwischen verschiedenen Formaten, Interessierten vor Ort und der Kunstszene Marokkos fördern. Die im Zuge des Projekts getätigte Forschungsarbeit wird auf vor Ort bestehenden Wissensressourcen aufbauen und soll die Basis für ein öffentlich zugängliches Archiv schaffen.

 

Das Projekt umfasst zudem die Konferenz The School of Casablanca: Pioneering innovative strategies for the production and transmission of forms of knowledge—Learning from the legacies of the School of Casablanca today mit Keynotes, Podiumsdiskussionen und Workshops, u.a. von Rajae Benchemsi, Brahim AlaouiNadia Chabâa, Bert Flint, Mustapha HafidMohamed Hamidi, Peter Kortmann, Toni Maraini, Mohamed MelehiMorad Montazami und Marcelo Rezende. Die Konferenz wird in Zusammenarbeit mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) organisiert und findet im Herbst 2020 an der École Municipale des Beaux-Arts in Casablanca statt.

 

Nähere Informationen zu der Konferenz und dem Projekt entnehmen Sie bitte der Webseite der School of Casablanca.

 

Über die School of Casablanca
Die École Municipale des Beaux-Arts (Casablanca School of Fine Arts) in Casablanca galt als innovative Institution in den 1960er Jahren in Marokko. Ursprünglich in den 1920er Jahren gegründet, wurde sie 1951 von der französischen Protektoratsregierung offiziell aus der Taufe gehoben. Das gesteigerte zivilgesellschaftliche Bewusstsein in Folge der Unabhängigkeit Marokkos 1956 beeinflusste auch Künstler*innen und Intellektuelle und deren gesellschaftliche Rolle und öffentliche Sichtbarkeit. Künstler*innen wurden zu Produzent*innen sozialer und kultureller Projekte, in deren Rahmen Kunst als gemeinsamer Wissens- und Erfahrungsraum begriffen wurde. Inmitten dieser postkolonialen künstlerischen und kulturellen Erneuerung fanden drei Künstler – Farid Belkahia (1934–2014), Mohamed Chabâa (1935–2013) und Mohamed Melehi (*1936, MA) – an der École Municipale des Beaux-Arts zu einer Gruppe zusammen: der Casablanca Group. Später stießen Mohamed Hamidi (*1941, MA), Mustapha Hafid (*1942, MA) und Mohamed Ataallah (1939–2014) dazu.

 

Unterstützt durch die Kunsthistorikerin und Anthropologin Toni Maraini (*1941, JP) und Bert Flint (*1931, NL), der zu Populärkunst und ländlichen Traditionen forschte, entwickelte die Gruppe, die sich jetzt School of Casablanca nannte, innovative Vermittlungs- und Ausstellungsstrategien, die das westlich-akademische Erbe und dessen Epistemologie-Begriff ablehnten. Das Programm legte großen Wert auf das Studium und die Rückbesinnung auf das traditionelle kunsthandwerkliche Erbe sowie urbane und ländliche Architektur. Darüber hinaus gab die School of Casablanca das Magazin Maghreb Art heraus und organisierte unter dem Titel Présence plastique Ausstellungen im öffentlichen Raum. Besonders in Erinnerung bleibt dabei die 1969 auf dem Jamaa-El-Fna-Platz in Marrakesch präsentierte Manifest-Ausstellung. Während dieser Jahre und über das folgende Jahrzehnt hinweg realisierte die School of Casablanca gemeinsam mit den Architekten Patrice de Mazières (*1930) und Abdeslam Faraoui (*1928) die sogenannten Intégrations, wegweisende Arbeiten zu öffentlicher Infrastuktur.

 

Kurator*innen

Krist Gruijthuijsen, Direktor der KW Institute for Contemporary Art, Berlin
Hoor Al Qasimi, Direktorin der Sharjah Art Foundation 
Salma Lahlou, Freie Kuratorin und Gründerin von ThinkArt, Casablanca
Inka Gressel, Leiterin der ifa-Galerie Berlin
Alya Sebti, Leiterin der ifa-Galerie Berlin (in Elternzeit)

 

Teilnehmer*innen
Céline Condorelli
Fatima-Zahra Lakrissa
Marion von Osten
Manuel Raeder
Bik Van der Pol
Abdeslam Ziou Ziou

 

 

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<p>Das Programm der KW Institute for Contemporary Art wird ermöglicht durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.</p>
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<p>Die <em>School of Casablanca</em> wurde von den KW Institute for Contemporary Art, Berlin und der Sharjah Art Foundation, Sharjah in Kooperation mit ThinkArt, Casablanca und dem Goethe-Institut Marokko initiiert.</p>
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<p>Die Konferenz <em>The School of Casablanca: Pioneering innovative strategies for the production and transmission of forms of knowledge—Learning from the legacies of the School of Casablanca today</em> wird mit zusätzlicher Unterstützung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Berlin/Stuttgart realisiert.</p>
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Das Programm der KW Institute for Contemporary Art wird ermöglicht durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

Die School of Casablanca wurde von den KW Institute for Contemporary Art, Berlin und der Sharjah Art Foundation, Sharjah in Kooperation mit ThinkArt, Casablanca und dem Goethe-Institut Marokko initiiert.

 

Die Konferenz The School of Casablanca: Pioneering innovative strategies for the production and transmission of forms of knowledge—Learning from the legacies of the School of Casablanca today wird mit zusätzlicher Unterstützung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Berlin/Stuttgart realisiert.