The Erotics of Infrastructure:
Seminar, 2. Teil

 

31. Oktober 19, 10–19 Uhr
Ort: KW Studio, Vorderhaus, 1. Stock


In englischer Sprache

 

Begrenzte Plätze, wir bitten um vorherige Anmeldung unter reservation@kw-berlin.de

 

Öffentliches Seminar mit Diakron (DK) und Sam Hart als zweiter Teil von Rachal Bradleys Programmreihe The Erotics of Infrastructure, die vom 29. Oktober – 9. November 2019 in den KW stattfindet.

 

<p>Courtesy Rachal Bradley</p>

Courtesy Rachal Bradley

 

In diesem eintägigen, halb-öffentlichen Seminar treffen Teilnehmer*innen des ersten Seminarteils auf zwei neuen Teilnehmer*innen, um die Themen, die im ersten Seminar erarbeitet werden, zu erweitern und neue Aspekte rund um Infrastruktur vorzustellen. Die früheren Teilnehmer*innen machen Platz für neue, während sie als „Chorus“ gemeinsam mit den Besucher*innen des Workshops (und Angestellten der KW) anwesend sind. Alle sind eingeladen, eigenes Diskussionsmaterial einzubringen.

 

Der Künstler David Hilmer Rex und der Wissenschaftler Aslak Aamot Kjærulff von Diakron, eines in Kopenhagen ansässigen Studios für transdisziplinäre Forschung und Praxis, stellen ihre Arbeit im Zusammenhang mit der Entwicklung von „Primer“ vor. Primer ist eine in Kollaboration mit Aquaporin (einer Organisation für globale Wassertechnologie) gegründete Plattform für künstlerische und organisatorische Entwicklung. Aquaporin stellt Wasserreinigungstechnologien mithilfe des gleichnamigen Wasserkanalproteins her. Primer ist ein Lernexperiment, das danach fragt, was wir von neuartigen Prozessen lernen können, die im Umfeld recherchebasierter Technologiefirmen und einem an Technodiversität interessierten Netzwerk von Künstler*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Philosoph*innen und anderen entstehen.

 

Sam Hart ist ein Wissenschaftler, Stratege und Editor, der in den Bereichen computerunterstützter Biologie und Verlagswesen arbeitet. In seinen Forschungen interessiert er sich gegenwärtig für die evolutionäre Metapher in technologischen Entwicklungen und für die organisatorische Logik des Marktes.

 

***

 

The Erotics of Infrastructure ist eine von der Künstlerin Rachal Bradley (*1979 in Blackpool, GB) gestaltete Programmreihe mit Workshops, Lesungen und Vorträgen, die vorschlägt, den Begriff der Infrastruktur – innerhalb der Kunst insbesondere, aber auch anderswo – unter dem Gesichtspunkt einer „Erotik“ im Sinne Audre Lordes zu diskutieren und dafür eine Diskussionsbasis erarbeitet. Wenn man Infrastruktur als oft ungreifbare Mitproduzentin von Konditionierungs- und Regelungsprozessen versteht, so wollen die einzelnen Formate ausloten, wo und wie sich das Erotische als Handlungs-ansatz anbietet, um innerhalb solcher Prozesse Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und wiederzuerlangen.

 

“The principal horror of any system which defines the good in terms of profit rather than in terms of human need, or which defines human need to the exclusion of the psychic and emotional components of that need – the principal horror of such a system is that it robs our work of its erotic value and life appeal and fulfilment.“
– In: Audre Lorde, Uses of the Erotic: The Erotic as Power (Kore Press, 2012)

 

Der diskursive Körper, der sich im Laufe der fünf Veranstaltungen entwickelt, stellt die Frage, inwiefern Lustbesetztes, diskursiv Belastetes oder allgegenwärtig Zirkulierendes unser Verständnis von Infrastruktur repositionieren kann; von einem neutralen zu einem verhandelbaren Rahmen, der unsere Wahrnehmung und unser Verhalten grundlegend konditioniert. Die Programmreihe schlägt vor, Infrastruktur in wechselseitiger Abhängigkeit mit den Menschen und den Dingen zu verstehen, die sie bewohnen. The Erotics of Infrastructure ist die Berlin-spezifische Weiterentwicklung eines fortlaufenden Projekts, das 2017 bei Gasworks in London begann.

 

The Erotics of Infrastructure wird von Kathrin Bentele kuratiert und ist Teil der Ausstellung The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue.